Biopsie Prostata: Die Verfahren und der Ablauf der Stanzbiopsie

Biopsie wird definiert als Untersuchung von Gewebe, das dem lebenden Organismus entnommen wird (Duden, 21. Auflage, 1996).

Es gibt viele Methoden der Gewebeentnahme. Ganz früher wurde eine Biopsie der Prostata mit dem Skalpell durchgeführt. Das war bereits eine Operation, weil der Aufwand nicht viel weniger hoch war als bei einer Entfernung. Denn die Prostata ist schwer zugänglich. Die eigentliche Prostataoperation wurde deshalb meist auch gleich angeschlossen.

In den 1960er Jahren hat sich die Stanzbiopsie verbreitet. Hier ertastete der Urologe den Prostataknoten (soweit das möglich war) durch das Rektum und versuchte, mit der Kegel- oder Kelch-Stanze vom Dammbereich her den ertasteten Knoten zu treffen. Eine schauerliche Vorstellung. Trotzdem haben Millionen Männer dieses Verfahren der Biopsie der Prostata erdulden müssen!

Später wurde und wird teilweise heute noch mit der Travenol-Nadel die Biopsie der Prostata transrektal, direkt am Tastfinger vorbei durch die Darmwand, durchgeführt.

Heute sollte, wenn überhaupt, unter Verwendung der Ultraschallsonde mit integrierter Biopsienadel, also mit Sicht, punktiert werden. Die Trefferwahrscheinlichkeit liegt dennoch gerade einmal bei 80%. Das rührt daher, dass der Arzt auf dem Bildschirm bei der Biopsie der Prostata nur zweidimensional sieht, aber dreidimensional hantieren muss [43].

Seit 1997 wird 3D-Ultraschall in der Medizin eingesetzt. Es wäre zu wünschen, dass dreidimensionale Ultraschallbilder auch bald in der Urologie breiten Einzug halten.

Bei der Biopsie der Prostata halten sich die Schmerzen in Grenzen

Doch nun weiter im Ablauf: Eine Betäubung ist je nach Männertyp nicht unbedingt nötig. In dieser Körperregion sind die Schmerzzellen nicht sehr dicht gesät. Ich persönlich habe damals auf eine Betäubung verzichtet, weil ich anschließend mit dem Auto fahren wollte.

Bei der Biopsie der Prostata führt der Arzt die Sonde in den After ein, zielt entsprechend seines Ultraschallbildes und sagt „Achtung Schuss“. Dann gibt es einen leichten Knall und Ruck und man spürt ein unangenehmes Stechen im inneren Unterleib. Das Ganze wird etwa 6 bis 12-mal (21-mal hat mir ein Leser genannt) wiederholt. Bei mir genügten 7-mal. Es fällt schwer, da noch entspannt zu sein.

Heute bin ich der Meinung, dass die Biopsie der Prostata auch bei mir den Krebs ganz wesentlich aktiviert hat, denn mein PSA stieg in den folgenden 2 Monaten trotz intensiver biologischer Krebsbekämpfung um 0,9 ng/ml an. Das Hintergrundwissen über den PSA-Wert hatte ich damals noch nicht.

Mehr hierzu lesen Sie im Ratgeber „Prostatakrebs“.